Schlüsselfaktor Führung

Schlüsselfaktor FührungWas ist nicht alles geschrieben worden über die entscheidenden Faktoren, die erfolgreiche von weniger erfolgreichen Unternehmen differenzieren – eines ist dabei jedoch unstrittig: Der Faktor Führung ist dabei eine, wenn nicht die zentrale Größe.

Was ist das aber eigentlich? Wie kann man Führung fassen, beschreiben, charakterisieren, bewerten? Welche relevanten Aspekte sind damit verbunden? Und: Was ist für die kritische Bewertung der eigenen unternehmerischen Tätigkeit dabei von praktischer Bedeutung?

Die Ansprüche an Führung haben sich in den letzten Jahren einerseits dramatisch gewandelt. Anderseits gibt es jedoch quasi «zeitlose» Konstanten, die jede gute Führung ausmachen. Wandel und Konstanz bilden eine spannungsvolle Einheit, zur erfolgreichen Führung gehören eben beide.

So muss einerseits erfolgreiche Führung in einem viel größeren Maße als früher Lernen fördern, Innovationen pushen und vorausschauende Anpassungen an sich ständig ändernde Umfeldbedingungen ermöglichen. Eine Führung auf nur Basis reproduzierbarer Erfahrungsroutinen kann heute und morgen keinen dauerhaften Erfolg mehr gewährleisten. Internationalisierung der Märkte, immer schnellere technologische Innovationszyklen, die Durchdringung aller Lebensbereiche durch digitalisierte Kommunikationsmedien: ständig stellen sich für Unternehmen neue Herausforderungen mit hohen, schnell auch existenzbedrohenden Risiken. Dies bedeutet aber eben auch laufend riesige neue Chancen für clevere Innovatoren. Das Investitionskapital dafür steht ja bereit.

Dauerhaft erfolgreiche Unternehmen kennen ihre Grenzen und handeln danach.

Zur erfolgreichen Führung gehört aber auch: im sich immer schneller drehenden Hamsterrad der Veränderung nicht den überblick verlieren, keine Innovationen um jeden Preis, sondern Besinnen auf die Kernkompetenzen. Es gilt, mit Augenmaß und Erfahrung teure Ausflüge auf unbekanntes neues Terrain zu vermeiden und vorab sorgfältig alle Risiken zu prüfen. Dauerhaft erfolgreiche Unternehmen ermöglichen selbstkritische Reflektionen und haben eine funktionierende Diskussionskultur und auch entsprechende Kontrollmechanismen. Erfolg, der sich nicht immer wieder seiner Grundlagen versichert, führt leicht zu Hybris: dafür gibt es eine Fülle von Beispielen untergegangener Champions.

Und natürlich die Konstanten guter Führung: Vorbildfunktion des Unternehmers bzw. des Managements, Glaubwürdigkeit, Konsistenz des eigenen Handelns. Die schönsten Unternehmensleitlinien sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind, wenn sie nicht mit den Alltagserfahrungen der Mitarbeiter kompatibel sind. Und das gilt nach innen wie nach außen: die schönste Marketingaktion verpufft, wenn der Kunde die Message als unglaubwürdig ansieht.

Alle langfristig erfolgreichen Unternehmen gelten auch als attraktive Arbeitgeber.

Bezahlung spielt dabei eher als Hygienefaktor eine Rolle, wichtiger sind Identifikation mit dem Unternehmen, ein gewisser Corpsgeist, der Stolz, hier arbeiten zu dürfen. Nur so kann voller Einsatz erwartet und abgerufen werden, nur so kann der beinharte Wettbewerb um die besten Köpfe bestanden werden – und – last not least – nur so kann das Unternehmen auch dauerhaft am Markt erfolgreich sein. Unglaubwürdige Unternehmenskommunikation kann in Zeiten von Twitter, Facebook und «shit storms» tödlich sein.

Führungsorganisation als organisatorisch-struktureller Rahmen, Führungsabläufe in der operativen Umsetzung, Führungspersönlichkeiten mit ihren individuellen Führungsstilen: all das charakterisiert Führung als komplexe, multidimensionale Verbindung. Dabei gibt es wohl keine eindeutig richtige Kombination, aber eines lässt sich mit Sicherheit festhalten: Erfolgreiche Unternehmen konstellieren diese Aspekte – teils bewusst, teils unbewusst-intuitiv – in einer kreativen, ineinander greifenden und vorwärts treibenden Art und Weise. Wenn an sich sinnvolle Strukturen operativ nicht ausgefüllt werden, die eigentlich notwendigen Prozesse strukturell nicht abgedeckt sind oder das Management eine produktive Führung nicht entsprechend lebt: die negativen Effekte bewegen sich auf der Skala von entgangenen Chancen bis zur Existenzbedrohung.

Consulting bei der Analyse von Führungsstrukturen heißt deshalb: Blockaden und unproduktive Widersprüche aufzudecken, zu benennen und für das Unternehmen und seine spezifischen Herausforderungen jeweils passende Lösungswege zu skizzieren und zu bewerten.

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